Mentale Gesundheit: Wie die Montessori-Pädagogik Kinder von Anfang an fürs Leben stark macht
Wie die Montessori-Pädagogik Kinder von Anfang an fürs Leben stark macht
Warum mentale Gesundheit schon im Krippenalter beginnt
„Hilf mir, es selbst zu tun." Dieser Leitsatz der Montessori Pädagogik bringt klar auf den Punkt, wie wichtig die Selbstbestimmung für die mentale Gesundheit von Kindern ist. Schon die Jüngsten in der Montessori-Kleinkindergemeinschaft und im Kinderhaus erleben dort etwas Kostbares: Sie dürfen wählen. Welches Material sie erkunden, wo und mit wem sie daran arbeiten und wann sie mit einer Tätigkeit fertig sind. Was klein klingt, ist in Wahrheit der Anfang von etwas Großem: die Erfahrung, gehört zu werden und Einfluss zu haben auf das eigene Leben.
Maria Montessori wusste, dass Kinder von Geburt an Baumeister ihrer selbst sind. Sie brauchen keine Erwachsenen, die für sie entscheiden, sondern eine Umgebung, in der sie selbst entscheiden können. Diese Haltung ist keine pädagogische Technik, sondern eine tiefe Form von Respekt. Und genau dieser Respekt ist es, der Kinder innerlich stark macht: Wer erfährt, dass die eigene Stimme zählt, entwickelt Vertrauen in sich selbst. Wer täglich spürt, dass die eigene Wahl etwas bewirkt, lernt Selbstwirksamkeit nicht als Theorie, sondern als gelebte Erfahrung.
Diese Erfahrung braucht kein Mindestalter. Vom jungen Kind, das seine Jacke selbst anzieht, bis zu Jugendlichen, die in der Adolescent Community eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen und gemeinsam mit anderen z.B. eine Schülerfirma, und damit einen Wirtschaftsbetrieb, am Leben halten, zieht sich die Selbstbestimmung wie ein roter Faden durch die Montessori-Pädagogik. Beteiligung beginnt im Hier und Jetzt, in jedem noch so kleinen Moment echter Mitbestimmung. Und sie ist damit ein Stück gelebte Prävention. Kinder, die früh lernen, selbstbestimmt zu handeln und wirksam zu sein, wachsen häufig mit einem stabileren Selbstwert auf, mit mehr Resilienz und einem gesünderen Umgang mit den eigenen Gefühlen.
Erst kürzlich, am 20. September, war Weltkindertag. Unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!" fragten UNICEF und das Deutsche Kinderhilfswerk bundesweit, was Kinder und Jugendliche brauchen, um sich stark zu fühlen. Eine Frage, die uns als Montessori Deutschland zutiefst berührt, denn die Antwort leben unsere Einrichtungen wir täglich: selbstbestimmt handeln, wirksam sein, mitgestalten dürfen.
Mit diesem Beitrag starten wir eine Social-Media-Reihe in Kooperation mit dem Netzwerk Kinderrechte im Rahmen der Kampagne #NichtOhneUns – Echt gehört, nicht nur angehört. In den kommenden Wochen zeigen wir mit Expertinnen aus unseren Mitgliedsorganisation (Montessori Landesverband Bayern, Montessori Adult Education und Deutsche Montessori Gesellschaft), wie Beteiligung in der Montessori-Praxis aussieht von Anfang an in der Altersgruppe 3-6 Jahre. Denn eine starke Zukunft beginnt nicht erst im Jugendalter. Sie beginnt dort, wo ein Kind zum ersten Mal die Erfahrung macht: Ich kann etwas bewirken.