Infragestellung der Montessori-Pädagogik

Mitte der 60er Jahre setzte eine Infragestellung der Montessori-Pädagogik ein. Als Hypothesen können konzeptionelle Änderungen der Grundschulpädagogik und ihrer Didaktik angeführt werden, wie sie sich aus der Denkschrift zur Inneren Schulreform (1962 veröffentlicht) und der damit einher gehenden Umstrukturierung der Rahmenrichtlinien und Lehrplänen ableiten lassen. Die Grundschulinhalte (=Stoffpläne) wurden der Forderung nach vermehrter Wissenschaftsorientierung, Lehrzielformulierung und -tests angeglichen.

Die Lehrkräfte waren durch das neue Aufgaben- und Problemspektrum überfordert. Hinzu kamen die Zunahme des Anteils von Kindern mit Migrationshintergrund, auf die die Lehrkräfte in keiner Weise durch ihre Ausbildung vorbereitet waren. Im Zuge dieser Reformbestrebungen müssen auch positive Ansätze genannt werden, u. a. die Forderungen nach stärkerer Individualisierung durch differenzierende Maßnahmen, die Integration von behinderten Kindern in Regeleinrichtungen, die Aufhebung der Lehrerzentrierung zugunsten der Schülerorientierung (den Schüler dort abholen, wo er gerade steht), um nur drei Beispiele zu nennen.

Die Irritationen der Lehrerschaft durch die hauptsächlich formalen Vorgaben der Reformen schoben einige Lehrer beiseite und besannen sich auf das von Maria Montessori in ihrem Buch Grundlagen meiner Pädagogik formulierten Ziel, dass nicht Leistung und Können das absolute Endziel sind, sondern die aktive Förderung kindlicher Unabhängigkeit und Selbstständigkeit durch Selbsttätigkeit, d.h. Motivation, Können und Leistung ergeben sich erst aus ihnen.

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